Donnerstag, 14. August 2014

Warum Antje Schrupp einmal beinahe Recht hatte

Anre Hoffmann schrieb auf Genderama, die FAZ erklärt das Gender Pay Gap ganz langsam, das es auch mitbekommen. Denkste! Denn Antje Schrupp schreibt:

Die Beschreibung des Dilemmas in dem Artikel ist richtig, nur der Einstiegduktus polemisch, denn natürlich geht es bei der Kritik am Gender Pay Gap nicht nur um die direkte ungleiche Bezahlung bei vergleichbarer Arbeit (die es allerdings auch immer noch gibt), sondern um die Verteilung von Arbeit und Einkommen zwischen Frauen und Männern generell.

Achso, nachdem die FAZ extra noch geschrieben hat, dass die 8% Lohnlücke, die sich auf gleiche Tätigkeit bezieht, noch diverse Faktoren inne hat, die diese Unterschiede erklären können, sieht Schrupp das nicht so. Das Statistische Bundesamt gibt selbst Punkte an, wie Mehrarbeit, die nicht mit einfließen. Aber auch andere Punkte können sich unterscheiden, nehmen wir einmal den Elektriker, der auf einer Bohrinsel in 12 Stundenschichten arbeitet und seine Familie nur alle drei Monate sieht, der verdient nun einmal mehr wie die Elektrikerin, die die Schaltpläne für die gleiche Bohrinsel in der Konzernzentrale bearbeitet. Der Mann der alle Überstunden mitnimmt, um für seine Familie den Urlaub zu bezahlen, oder die Raten für das Häuschen, verdient nun mal mehr, wie die Frau, die keine Überstunden macht. Das diese Menschen in einer funktionierenden Familie meist als Gemeinschaft handeln, übersieht Schrupp hier ebenfalls.

Aber darum geht es bei dieser Statistik ja auch gar nicht, es geht NATÜRLICH um die Verteilung von Arbeit und Einkommen zwischen Frauen und Männern generell… Oder auch nicht! Denn die Erklärung von Schrupp hört sich verlogen an. Nachdem nun auch in der Presse angekommen ist, dass dieser Lohnunterschied nicht mehr bei gleicher Arbeit zustande kommt, sondern ein Durchschnittswert über alles ist was Lohn bekommt. Das war einigen Feministinnen bisher nur leider noch nicht so ganz klar, wie man an der Website zum Equal Pay Day in Österreich sieht, wo man immer noch „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ titelt. Auf der deutschen Seite ist die Verschleierungstaktik auch nicht besser.

 

Hintergrund des Aktionstags sind die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen, die in Deutschland seit Jahren nahezu unverändert bei insgesamt 22 Prozent liegen. Die Bundesrepublik bildet damit eines der Schlusslichter in der Europäischen Union, in der Frauen nach jüngsten Statistiken im Durchschnitt 17 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Der Aktionstag markiert den Zeitraum im Jahr, den Frauen bei gleichem Arbeitsvolumen und angenommen gleichem Stundenlohn (bezogen auf die Männer) ohne Bezahlung („für lau“) arbeiten: 22% von 365 Tagen = 80 Tage.


Ich habe keinen Satz von Schrupp gelesen, wo sie ihren feministischen Sisters vom Equal Pay Day mal die Leviten ließt und ihnen erklärt das sie anscheinend ein Mathe-, Lese- und Verständnisproblem haben. Weshalb sich die obige Erklärung jetzt eher wie ein Rückzugsgeplänkel anhört. Ja, ertappt, aber darum geht es ja gar nicht, es geht um Gender, es geht um Pay und wir sind benachteiligt, heulheul… Oder können die Damen vom Equal Pay Day wegen ihres ansozialisierten Matheproblemes nicht mal ne billige Statistik lesen und verstehen? 


Wie Aussagekräftig solche Statistiken sind, kann leicht anhand des folgenden Beispiels gezeigt werden. Man nehme eine Statistik der Familiengröße in Deutschland und einem afrikanischen Staat, dann käme man für Deutschland auf ca. 1,4 Kinder pro Familie und in Zentralafrika auf ca. 3,6 Kinder pro Familie. Möchte ich jetzt Unterschiede zwischen diesen Statistiken erklären, müsste ich Thesen aufstellen und diese prüfen. Eine, wenn auch gewagte These, könnte lauten, in Deutschland ist die Zahl der Kinder pro Familie geringer, weil die Kindersterblichkeit größer ist. Diese These müsste ich jetzt einfach mal gegen prüfen. Ich könnte mich aber auch mit dieser These zufrieden geben, weil ich mit ihr am meisten Förderknete bei der UNO, z. B. zum Bau von Krankenhäusern, einstreichen kann. So ähnlich verhält es sich mit dem Gender Pay Gap.

Das Schrupp (und andere Feministinnen) hier eine Erklärung anbietet die so nicht haltbar ist, kann man an ihren 10 Thesen zum GenderPayGap klar sehen, z. B. in These 4:

Es wird immer sehr viel darüber geredet, dass Frauen weniger verdienen als Männer, aber für meinen Geschmack wird zu wenig darüber geredet, dass (manche) Männer schlicht zu viel verdienen. Zu Recht sind doch immer mal wieder die Managergehälter in der Debatte. Warum ist eigentlich noch nie jemand auf die Idee gekommen, die Managerinnen, die sich für dieselbe Arbeit auch mit weniger Geld zufrieden geben, als Vorbilder anzuführen?

Genau, was aber voraussetzen würde dass es solche unterbezahlten weiblichen Vorbilder gibt, bzw. dass diese Vorbilder von der gewünschten Aussagekraft sind und es sich somit bei diesen Frauen nicht um irgendwelche Quotenplatzhalter (z. B. Ehefrau des Managers) oder Managerinnen mit anderen Aufgabenbereichen handelt. Und warum sollen sich Manager die Frauen als Vorbild nehmen und nicht ihre männlichen Kollegen, die in der gleichen Branche wie die Frauen sind und gleichviel oder gleichwenig verdienen wie die Frauen. Was Schrupp hier macht ist einfach blindlings Verknüpfungen herstellen. Ein Manager bei Porsche verdient X, die Frau bei der Telekom, nicht gerade ein Gewinngarant, verdient Y. Ergo verdienen Managerinnen weniger! Das auch der andere Manager bei der Telekom, der ihren Posten vorher inne hatte, weniger verdient, wird gar nicht erst geprüft. Muss ja stimmen. Genau so muss es ja stimmen dass Ausländer die Kriminalstatistiken anführen…

Schrupp unterstellt hier mal kurz, Frauen würden bei ihrer Karriere anders agieren, besonders wenn es um Gehälter geht. Das nenne ich dann mal eine Sexistin! Schrupp geht einfach davon aus Unternehmen würden nicht wirtschaftlich handeln, weil Managerinnen, die angeblich weniger Geld verdienen, nicht genommen werden, obwohl sie gleich Qualifiziert sind und den gleichen Job leisten können. Ähnlich aussagekräftig wäre: Seht her, in Deutschland gibt es weniger Kinder wie in Afrika, das ist ungerecht, weil wir unterentwickelt sind, gebt uns endlich Geld zum Krankenhausbau…

Wenn ich jetzt solche Studien mit anderen Aussagen aus anderen Studien mische, komme ich evtl. auf Erklärungsansätze, aber nicht auf Lösungen, was in These 5 passiert:

Alle Studien (zuletzt wieder hier) zeigen, dass Frauen bei der Frage, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen, weniger auf Geld und Status achten als Männer, und dafür mehr auf den Sinn und die Beziehungen. Und dann wird so getan, als wäre das ein Problem. Ich wüsste nicht, wieso. Eher ist es ein Problem (und zwar nicht nur eines im Bezug auf das Geschlechterverhältnis), dass es immer noch zu viele Männer gibt, denen es vor allem um Geld und Status geht und zu wenig um den Sinn und die Notwendigkeit ihrer Arbeit. Darüber sollten wir sprechen und darüber, welche Männlichkeitsbilder dahinter stecken und ob wir die noch wollen. Auch viele Männer wollen die ja zum Glück nicht mehr.

Die Männer in der angegebenen Studie haben auf den Status (in diesem Fall auf das Image) des Berufes geschissen, das fanden Frauen aber eher prickelnd. Männer wollen Geld verdienen, mehr nicht. Und worum geht es den Männern hierbei? Adrian von Gay West hat das mal in einem Kommentar so klar und einfach formuliert: „Es geht um Sex!“ Weshalb Schrupps „Männlichkeitsbilder“, die sie mit ihren feministischen Sisters besprechen möchte, eigentlich nur noch der Brüller sind. Denn wenn diese Männer keine Partnerin finden würden, weil ihr Männlichkeitsbild, das Schrupp anscheinend nicht mehr braucht, so GAGA ist, dann würden die Männer das auch nicht mehr machen. Oder noch anders ausgedrückt, diese Männer suchen ihre Nische auf dem Partnermarkt und im Berufsleben und anscheinend scheint das sehr gut zu funktionieren. Auch der Feminismus kann Jahrmillionen an Evolution nicht einfach wegdiskutieren und sich fragen ob wir das noch wollen oder brauchen. Wenn Monika dem Bill keinen geblasen hätte, weil sie so mächtige Politiker einfach bekloppt findet, und Hillary ihn aus gleichem Grund nicht geheiratet hätte, dann wäre Clinton Verkäufer bei MC Donald geworden, falls das den Damen lieber gewesen wäre und die Aussicht auf außereheliche Blowjobs erhöht hätte, oder Postbote oder sonst was! Genau so Carla Bruni, die unbedingt einen Mann mit Atombomben wollte, während er anscheinend auf Atomtitten stand. Wobei die Schlussfolgerung die Iraner würden nur deshalb Atombomben entwickeln, weil die alle scharf auf Bruni sind, jedoch auch nicht haltbar ist.

Würde jetzt das Ansehen und die Bezahlung des Präsidentenjobs auf das eines Kassierers im Supermarkt sinken, dann würden diesen Job auch nur noch Menschen mit diesen Fähigkeiten machen. Wobei anzumerken ist dass ich von Menschen und nicht Männern sprach, denn auch Frauen würden dann lieber in andere Bereiche gehen, die ihnen mehr Prestige versprechen. Alle würden sich also wieder ihre Nische suchen. Weshalb der Vorschlag von Schrupp, als These 6 verkleidet, eben auch nicht Zielführend ist:

Einfach dort [in Führungspositionen] deutlich weniger bezahlen. Dann werden nämlich all diejenigen, die solche Posten hauptsächlich wegen dem Geld und dem Status reizvoll finden, von selber wegbleiben. Und das wäre ganz sicher für die Qualität dieser Gremien von Vorteil. Der Frauenanteil würde sich dann wahrscheinlich ganz von allein erhöhen.

Das kein Mensch so viel Wert erwirtschaftet, dass er als Manager mehrere Millionen verdienen muss, OK. Aber auch hier wieder die Vorstellung, dass Frauen in die Managerpositionen gehen, weil sie den Posten wollen und ihnen das Geld egal ist. Warum wäre den Frauen das Geld denn wohl egal? Gerade so als ob Merkel die Atomkraft nun ablehnt, weil sie Einsicht gezeigt hat und nicht weil sie an ihrem Posten klebt. Wie kommt ein durchschnittlich intelligenter Mensch, für den ich Schrupp halte, nur auf solch einen Blödsinn? Und wer sagt, dass Frauen, die sich in den gleichen Gremien befinden besser agieren? Die meisten Frauen wünschen und suchen übrigens Männer die in der Position auf gleicher Stufe oder über ihnen stehen. Da kann man dann ja mal auf ein paar Millionen verzichten, wenn der Mann das dann erledigt. Diese Frauen gehen also mit ganz anderen Vorstellungen in den Arbeitsmarkt.

Elisabeth I von England, die jungfräuliche Königin, hat einen Kaperkrieg gegen Spanien begonnen, nur weil sie auf Knete und Kolonien aus war, nebenbei Maria Stuart um Haupteslänge gekürzt und auch sonst viel Schabernack getrieben. Übrigens wie dieser Cocktail, blody Mary, ihre nicht feministische Halb-Sister. Und von der Leyen ist vom Familienministerium, wo sie für das Kinderkriegen zuständig war, über das Arbeitsministerium ins Verteidigungsministerium gegangen, wo sie nun die Kinder, deren Geburtenrate sie nicht erhöht hat, und deren Jobaussichten sie nicht verbessert hat, in den Krieg schickt. Alles wegen der Karriere. Den Eltern der toten Soldaten ist es egal ob es wegen der höheren und ehrenhafteren Ziele einer Frau ist, oder eben nicht. Das von der Leyen, obwohl durch Papa und durch Heirat gut ausgestattet, nun Lohnverzicht predigt, ist mir ebenfalls nicht bekannt.

Schrupp unterstellt hier Menschen unterschiedlich zu handeln, nur weil sie ein anderes Geschlecht haben. Andere Faktoren als Geschlecht lässt sie nicht gelten. Sie glaubt aber, die Konsequenzen dieser Handlung sind nur dann besser und ehrenhafter, wenn es Frauen sind. Warum muss gar nicht erst erläutert werden. Ja, es gibt auch Ausnahmen, aber es sind halt Ausnahmen. Ähnlich sehen das rechte Schläger in Ostdeutschland, wo der einzige Dönerladen wo man nach 20.00 Uhr noch nen Bier zischen kann, ja auch eine Ausnahme ist, weil der Typ ist ja in Ordnung. Oder der Homophobe, der auch nichts gegen Homos generell hat, was ja sein homosexueller Freund bestätigen kann, aber bitte keine Homos in der Öffentlichkeit. Aber das müssen wir nun einmal akzeptieren, Homos, Ausländer und Männer sind nun einmal das Problem!

Warum sollte eine Managerin nicht das Unternehmen auf maximale Erwirtschaftung von Gewinn führen und einige hundert Menschen über die Klinge springen lassen? Wenn sie das nicht tun würde, dann schadet sie damit dem Unternehmen, insbesondere der Wettbewerbsfähigkeit. Womit sie eben nicht wirtschaftlich handelt und nicht gut für das Unternehmen ist. Da beißt sich die Katze in den Schwanz und der Schwanzträger scheint genau so gut wie die Schwanzlose, nur nicht bei Schrupp. Und wenn nur genug Frauen in Führungsposten sind, dann kommen da genau so viele Fehlentscheidungen hoch, Frauen die mit goldenen Fallschirmen abspringen ehe der Laden zu Bruch geht, wird es auch geben, warum sollte das bitte anders sein? Weil Frauen bessere Menschen sind? Sorry, das letzte Mal als in Deutschland jemand dachte es gäbe bessere und schlechtere Menschen, hat das einen ziemlichen Bums gegeben, der von Moskau bis London zu hören war.

Selbst wenn ich den Posten nur wegen Status und Kohle mache, warum bin ich dann schlechter wie jemand der ihn machen möchte weil er per Quote dahin kommt? Bei dem, der ihn aus Statusgründen macht, würde zumindest noch ein Auswahlprozess erfolgen, den er durchlaufen muss ehe er da hinkommt. Er muss sich gegen Konkurrenten durchsetzen, auf knallharten Posten zeigen was er drauf hat. Macht er hier Fehler, dann geht er! Womit wir dann zur nächsten These kommen:

Es wird immer sehr viel darüber geredet, dass Frauen die falschen Berufe wählen. Aber wer soll denn eigentlich die Arbeit der Krankenschwestern, Altenpflegerinnen, Erzieherinnen machen?

Genau, das Prinzip von Angebot und Nachfrage! Wenn es nur genügend Frauen gibt, die bereit sind für 2.500 Euro als Krankenschwester zu arbeiten, anstatt als Managerin für eine Million? So ähnlich hört sich das an, ist aber falsch. Krankenschwester ist ein Lehrberuf, genau wie Altenpflegerin. Die liegen auf dem Niveau von Handwerksberufen, die ebenfalls nicht besser bezahlt werden, jedoch durch Nachtschichten und Wochenendarbeit eine geldliche Aufwertung erhalten. Den Rücken hat der Maurer übrigens genau so ruiniert wie die Altenpflegerin. Würden jetzt jedoch weniger Frauen Krankenpflegerin werden, dann hätten wir einen Pflegenotstand und man würde mehr zahlen, um Menschen dafür zu interessieren. Damit würden mehr Menschen in die Berufe streben, unter anderem auch Männer. Nur weil es wenig Informatiker gibt, streiten sich die Firmen um die, die es gibt. Das nennt sich Marktwirtschaft, die schlägt sich trotz Tariflöhnen bis auf die Arbeit durch. Und würde man Jungen aus Haupt und Realschulen mal die Verdienstmöglichkeiten in den Pflegeberufen erklären und die Möglichkeiten in ihren traditionellen Berufen gegenüberstellen, dann würde sich da auch was ändern.

Nur würde dann in Pflegeberufen der Mann wieder Überstunden machen um seiner Familie was zu erlauben, z. B. das Häuschen zu bauen oder den Urlaub. Während die Frau, die ihre Tätigkeit auf Beziehung und Familie auslegt, dann pünktlich nach Hause geht um sich um die Kinder zu kümmern, während der Mann weiter arbeitet. Trotzdem ist es Ungerecht denn:

Wenn Frauen weniger verdienen, weil die Einkommen in “Frauenberufen” niedriger sind als in “Männerberufen”, dann ist das ja auch ein “Gap”. Oder wenn sehr viel mehr Frauen als Männer wegen Kindern in Teilzeit gehen. Unter’m Strich heißt das nämlich: Frauen haben weniger Geld als Männer in einer Kultur, in der sich alles ums Geldhaben dreht. That is the point.

Leistung muss sich wieder lohnen! – titelte die CDU im ersten Wahlkampf nach der Wende. Danach beschloss sie die Rückübereignung von Ost-Imobilien und die Abschaffung der Erbschaftssteuer. Alles sehr Leistungsbezogen! Ähnlich sieht es Schrupp hier. Natürlich ist Erziehungsarbeit auch Arbeit, auch wenn ich das Gegenteil behaupte! Denn Kinder sind keine Arbeit, sie sind Freude, Arbeit ist eher wenig dabei, Freude hingegen mehr. Trotzdem wird diese Erziehungsarbeit in unserer Kultur anerkannt, auch monetär. Neben Ehegatten- und Kindsunterhalt, die im Falle einer Trennung geleistet werden müssen, wird das Kind mit der Trennung für den Vater zum reinen Kostenfaktor. Er muss zusätzlich zum Unterhalt noch die Fahrten zahlen um das Kind zu besuchen, alle steuerlichen Vorteile liegen bei der Mutter die selbst ihren Unterhalt steuerfrei einstreicht und von jeder Lohnerhöhung profitiert die Mutter durch Unterhaltserhöhung. Möchte der Mann in dieser Situation noch etwas haben dass man Leben nennt, dann sollte er auf jeden Fall über Durchschnitt verdienen, sonst findet er sich irgendwo in einem Loch das er Wohnung nennt mit dem Mindestbehalt an Einkommen wieder. Harz IV mit Vollzeitjob, der Lebenstraum der getrennten Männer. Das diese Transferzahlungen nicht in der Statistik enthalten sind, also Männer dort mehr haben, obwohl sie es an Frauen transferieren, scheint klar.

Aber auch innerhalb einer Ehe verlieren Frauen bei diesem Deal nicht, denn die Männer sind in der Beziehung nicht egoistisch, sie Teilen, und zwar sehr großzügig. Frauen wissen, dass sich der richtige Mann, also der mit viel Knete und Status, auszahlt. 80% aller Konsumausgaben werden von Frauen getroffen. Weshalb die Forderung, als These 8 verkleidet, von Schrupp fast genial ist:

… Frauen dazu anzuregen, mehr über Geld zu reden und nachzudenken und ihre historisch ansozialisierte Abneigung gegen Gelddinge kritisch zu hinterfragen. Aber nicht mit dem Ziel, dass sie die nach „männlichen“ Maßstäben „normale“ Sicht auf das Geld übernehmen, sondern mit dem Ziel, dass sie ihre eigenen Vorstellungen davon entwickeln und in die Welt bringen.

Denn wenn Frauen 80% der Konsumentscheidungen treffen, dann sind Frauen zu 80% am Ozonloch schuld, zu 80% an der Abholzung des Regenwaldes, zu 80% an der Verarmung in der dritten Welt, zu 80% an der Umweltverschmutzung und der Vermüllung unserer Meere, an Kinderarbeit halten sie ebenfalls einen 80% Anteil und zu 80% sind sie an allen Kriegen die um Rohstoffe geführt werden schuld. Sie könnten ja auch anders, sie könnten nachhaltiger, konsumieren. Das bedeutet also, während Barack Obama mit Hillary Clinton im Oval Office seine Soldaten in den nahen Osten schickt, hat Michelle Obama keine Zeit ihm wegen des Blutvergießens die Leviten zu lesen, denn sie und ihre Freundinnen sind alle voll und ganz damit beschäftigt zu planen, wie sie ihren 80% Anteil am Kriegsgewinn in Gucci, Lagerfeld und Yves Saint Laurent umsetzen. Ja, ich weiss, diese Darstellung ist genau so Gaga wie die der Methangasfurzenden Kühe, die vorwiegend auf den Fleischtellern von Männern landen. Und weil Methan nun das Ozonloch kaputt macht sind Männer am Ozonlochschuld, Babys die dersen Milch trinken sind hingegen unschuldig, genau so die Frauen die die Steaks und die Milch kaufen…

Wer glaubt, ein nach willkürlich bestimmten Kriterien ausgesuchter Teil der Bevölkerung für Probleme verantwortlich machen zu können, ist ein Rassist, Sexsisst oder sonst ein Depp! Wer glaubt, dass ein nach gleichen Kriterien bestimmter Teil der Bevölkerung besser agiert als der andere, nur weil dieser ein anderes Geschlecht hat, scheint den Schuss nicht gehört zu haben. Menschen in sozialen Systemen interagieren nach Lernprozessen und bilden die Strategien heraus mit denen sie sich den größt möglichen Erfolg bei der Verwirklichung ihrer Ziele versprechen. Feministinnen agieren hier mit solchen Gaga-Studien auch nicht anders, sie wollen grösstmöglichen Ertrag. Und damit ein jeder sein Recht auf gröstmöglichen Erfolg hat, heißt es auch,

Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
Absatz 1 aus Artikel 2 unseres Grundgesetzes

Wenn Schrupp wie oben beschrieben jedoch meint:

Darüber sollten wir sprechen und darüber, welche Männlichkeitsbilder dahinter stecken und ob wir die noch wollen.

dann möchte sie eben auch über Artikel 2, Abs. 1 unseres Grundgesetzes nachdenken! Und natürlich sind hier nur die Anbieter Schuld, also die Männer. Die Konsumentinnen solcher Männlichkeitsbilder, also die armen ausgebeuteten Managerfrauen, die unterbezahlt an der Aldikasse stehen, sind da bitte ausgenommen. Da können jedoch einige Feministinnen noch so viel nachdenken wie sie wollen, niemand wird evolutionärbiologisches Verhalten außer Kraft setzen. Zumindest solange nicht, wie es sich auszahlt. Genau so wenig wie die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt werden können. Ersteres vor allem dann nicht, wenn man eine einseitige Betrachtung hat und auf dem anderen Auge blind ist. Wer wirklich das Paarungsverhalten von Menschen beeinflussen möchte, könnte ja mal über Zwangsheirat nachdenken, wobei ich persönlich diese Idee nicht so prickelnd finde.

Hier aber ganz außen vor zu lassen, dass solche Strategien eben den nötigen Erfolg bei Frauen haben, die ebenfalls davon profitieren, zeigt, das Schrupp eben nur Männer verurteilt, während sie sich und ihre feministischen Sister als Maß aller Dinge sieht. Seht her, wir sind die besseren Menschen, ok, wir sind blöde Sexisten, dafür haben wir unseren Job aber nicht wegen Geld, sondern wegen der Leidenschaft gewählt. Wer jedoch einen Manager wählt, der wählt eben auch Status und Geld, der wählt keine Beziehung, oder eher weniger Beziehung. Dafür wird er ja monetär befriedigt. Das neue Audi Cabrio mit Vollausstattung kann auch über einsam verbrachte Abende mit dem Golflehrer hintrösten.

Statistiken wie die zum Gender Pay Gap haben jedoch keinen anderen Sinn als Macht, Geld und Einfluss umzuverteilen. Nicht weil man glaubt es ist gerechter, nicht weil man glaubt die Welt würde sich verbessern. Diese Umverteilung erfolgt aus eigenegoistischen Motiven und der Vorstellung das eigene Geschlecht ist besser. Und wenn Schrupp wie oben schreibt,

dass es immer noch zu viele Männer gibt, denen es vor allem um Geld und Status geht und zu wenig um den Sinn und die Notwendigkeit ihrer Arbeit

dann unterstellt sie diesen Männern ein egoistisches Verhalten, ihrem eigenen Geschlecht spricht sie aber ein solches Verhalten vollkommen ab. Wer glaubt das Axel Springer aus reinen Machtinteressen die Bildzeitung aufgebaut hat, Friede Springer eine Heirat mit diesem Mann und die Übernahme des Springer Verlags zum Wohle der Menschheit durchgeführt hat, nur weil sie eine Frau ist, wer ihr abspricht aus gleichen Motiven zu agieren, nur weil sie eine Frau ist, der hat anscheinend nicht nur den letzten Funken Verstand verloren, sondern auch noch den letzten Funken an Anstand. Man kann natürlich ein solches Verhalten kritisieren. Wer aber den Mann kritisiert der den überbezahlten Managerposten inne hat, der muss auch die Frau kritisieren die von diesem Posten profitiert.

Würde Schrupp es schaffen den Frauen auszureden solche Männer zu daten, dann … Doch das schafft sie nicht, hier kann sie, wegen ihres billig betonierten Weltbildes auch nicht anders. Frauen haben keine Verantwortung, Frauen haben Rechte! Deshalb heisst es ja auch Frauenrechtsbewegung!

Was man jedoch sehen kann ist, dass die Frauen die nach Gender Pay Gap schreien eben doch aus narzistisch egoistischen Gründen handeln. Sie sind auf das eigene und angeblich bessere Geschlecht bezogen, sehen aber nur einen kleinen Teil des Systems., haben also ebenfalls keinen Überblick. Womit sie die Welt eben nicht besser machen, sondern einfach nur sexistischer. Wir sollen als Männer ja über unsere Rollen nachdenken, das geht jedoch nicht so losgelöst, das geht nicht nach einfachen gut böse Schemas. Das geht vor allen Dingen nicht mit einem total bekloppten und vernagelten Weltbild. Thats it!

Und weil es heute so schön passt einen Popsong zum Abschluss. Denn was wäre eine Revolution ohne Musik?

1 Kommentar:

  1. Ich habe den Post mangels Zeit und weil mich Frau Schrupp wenig interessiert nur überflogen. Auf der Sachebene (GPG usw.) bin ich sowieso mit allem einverstanden, weil ich das gleiche auf meinem Blog und woanders auch schreibe.

    Am besten fand ich übrigens den Hinweis auf das Selbstbestimmungsrecht, Art. 2 GG. Der Glaube von Feministinnen, "den Männern" vorschreiben zu können, wie sie denn leben sollen, wird ja sonst als Womansplaining bezeichnet. Der Zusammenhang mit Art. 2 GG war mir bisher nicht so präsent, ist aber offensichtlich.

    Was Frau Schrupp angeht, da frage ich mich immer, ob sie so furchtbar wichtig ist und ob ich meine Zeit investieren soll, mich mit ihr zu beschäftigen. Ich nehme sie so wahr, daß sie ihre feministische Weltsicht und damit zusammenhängende Propaganda immer wieder missionarisch verbreitet und daß sie ein Profi ist, der die eigene Linie auf Biegen und Brechen durchzieht. Ich habe ihren Blog nur selten gelesen, die Argumente, die ich vorgefunden habe, waren durchweg altbekannt und ggf. widerlegt. D.h. sie ist nur eine von vielen, die immer die gleichen Argumente in die Welt setzen. Diskussionen ändern nichts mehr. Auch das Publikum auf ihrer Seite scheint weit überwiegend feminismusgläubig zu sein und alles willkommenzuheißen, was die eigene Weltsicht bestätigt.
    Vielleicht unterschätze ich aber auch ihre Wirkung.

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