Donnerstag, 6. März 2014

Das Privilegienwürstchen


Simon Kowalewski hat einen älteren Beitrag zum #Gendercamp auf seinem Blog, den ich jetzt, sehr verspätet, kommentieren möchte, unter anderem, weil er darauf hinweist, dass dieser Beitrag Menschen triggern kann, das hat er bei mir getan.

Herr Kowalewski bezeichnet sich als Feminist und privilegiert. Zu seinen Privilegien zählen:

  • ·       weißer heterosexueller Cis-Mann, aus einem guten Elternhaus,
  • ·       habe mein Abitur als einer der Jahrgangsbesten abgeschlossen
  • ·       mit 21 ein Diplom als Ingenieur erworben
  • ·       lebe in einem reichen westlichen Land
    dessen Mehrheitssprache ich fließend spreche
  • ·       weitere Sprachen lernen zu können
  • ·       die Freiheit, nicht Teil einer bestimmten Religion oder Weltanschauung zu sein
  • ·       keine feste Beziehung und keine Kinder
  • ·       finanziell unabhängig.
  • ·       nie Opfer sexualisierter Gewalt, konnte mich bislang immer ... selbst verteidigen

Vieles, ohne Zweifel, sind Privilegien, wer von uns war noch nicht froh, beim Anschalten der Nachrichten, nicht Einwohner des Landes zu sein, über dessen Kriegsflüchtlingsströme gerade berichtet wird. Aber ist es ein Privileg, dass man bisher immer in der Lage war sich selbst zu verteidigen, oder einfach nur Glück? Besonders wenn man die Tatsache anerkennt, dass Männer wesentlich häufiger Opfer von Gewalt werden. Ich durfte und konnte mich leider bisher nicht immer selbst verteidigen, vor allem weil bei Scheidungsprozessen Anwaltspflicht herrscht, aber gut, wollen wir mal nicht zu pingelig sein. Und weil wir nicht so pingelig sind, lassen wir natürlich jetzt auch männlich, obwohl öfter Opfer von Gewalt, einfach als Privileg stehen.
Sei Dir Deiner Privilegien bewusst, Mann!

Simon Kowalewski glaubt auch, frei von jeder Religion und Weltanschauung zu sein und sieht darin ein Privileg, obwohl er sich als Feminist bezeichnet. Feminismus ist also keine Weltanschauung (oder Religion), aber was ist es denn dann? Jeder glaubt an irgendetwas, der eine an Gott, der nächste an den Kommunismus, den Feminismus, Antifaschismus. Simon Kowalewski glaubt an den Feminismus. Für Simon Kowalewski ist Feminismus aber keine Weltanschauung, für ihn ist Feminismus eine Notwendigkeit um Privilegien gleich zu verteilen, und ähnlich den Gläubigen weiß auch Kowalewski das es sich hier nicht um Glauben sondern um Wissen handelt. Gott existiert, genauso wie obige Privilegien!


Simon Kowalewski empfindet es auch als Privileg keine feste Beziehung und keine Kinder zu haben, so dass er über seine Zeit frei verfügen kann. Doch ist ein Singleleben ein Privileg, und wenn es eines ist, warum leben dann nicht alle als Single? Ja, ich sehe sie auch immer diese unterprivilegierten Liebespaare, die an der Seine spazieren gehen, am besten noch Hand in Hand. Spätestens bei dieser Erkenntnis hätte man beruhig aufhören können zu lesen, denn hier ging es anscheinend nur darum, wie bei einem Test, so viele Privilegien wie möglich zu finden, egal ob sie passen oder nicht. Die Frauen finden dann halt so viele Bereiche wo sie nicht Privilegiert sind. Feminist-*_Innen Olympiade.

Doch auch die Kinderlosigkeit empfindet Simon Kowalewski als Privileg. Er könnte ja mal vor einer Klinik, die sich auf künstliche Befruchtung spezialisiert hat, prüfen, in wie weit dieses Privileg denn nun wirklich eines ist. Für Kowalewski ist es eines, warum auch nicht? Und heute sind wir sogar in der westlichen Welt so privilegiert, dass wir keine Kinder bekommen müssen, wenn wir das denn nun wirklich nicht wünschen. Man hat sogar Wahlmöglichkeiten, zwischen dauerhafter Enthaltsamkeit (eher für fundamentale Christen) und Abtreibung (eher Atheisten) gibt es da ein breites Spektrum an Möglichkeiten, über die uns Hausärzte gerne informieren.

Simon Kowalewski empfindet Kinder anscheinend nicht als Privileg, wahrscheinlich eher als Last, die mit seinem Freiheitsdrang nicht vereinbar sind. Weil er über seine Zeit frei verfügen kann, müssen andere das nun auch toll finden. Das es aber auch ein Privileg ist, jemanden zu haben der sich bedingungslos freut wenn man Abends heimkommt, jemandem der sich freut, nur weil man der Vater oder die Mutter ist, dann kann man auch das als Privileg empfinden. Für Simon Kowalewski mag das anders aussehen, für mich und viele andere nicht.

Ich war nie so wie Simon Kowalewski, nicht dass ich unbedingt Kinder haben wollte, aber Kinder empfand ich nie als eine Belastung. Egal wie lange sie da waren, egal wie laut sie geschrien haben und egal wie meine Wohnung nachher ausgesehen hat.

Und genau hier ist das Problem, weil Simon Kowalewski es als Privileg ansieht keine Kinder zu haben, ist Kinderbetreuung für ihn Arbeit, genau genommen "Reproduktionsarbeit". Dies wird ersichtlich wenn er dann über die Kinderbetreuung auf dem #Gendercamp schreibt:
"Dieser Zusammenhang [andere Sichtweise von Männern auf Privilegien] wurde mir auf dem #gendercamp schmerzlich bewusst, beispielsweise als im Plenum die Kinderbetreuung eingeteilt wurde. Ich wollte helfen, habe mir aber aus mangelnder Erfahrung mir nicht zugetraut, eine Schicht verantwortlich zu übernehmen. Also fragte ich die zwei (Frauen), die sich für eine Schicht haben einteilen lassen, ob ich bei ihnen ein “Praktikum” machen könne. Ich dachte, dass ich damit im Rahmen meiner (selbst empfundenen) Möglichkeit mein Möglichstes täte. Per Twitter wurde mir dann aber mitgeteilt, dass ich statt dessen auch einfach aufstehen und herausgehen hätte können, schließlich würde ich so auch wieder nur unterstreichen, dass die Reproduktionsarbeit in erster Linie Frauensache sei und ich mich als Mann nicht verantwortlich daran beteiligen wolle, evtl. denen, die sie übernommen haben, noch zur Last fallen würde. In dieser Situation hatte ich von der Person, die mir diesen Vorwurf gemacht hatte, einen konstruktiven Lösungsvorschlag erwartet, was im Rückblick genau das Problem ist: Wer ohnehin schon die für Menschen, die diese nicht freiwillig machen, sondern, weil sie sonst niemand machen würde, anstrengende Arbeit macht, will dann nicht auch noch für die Leute, die sie nicht machen können, Lösungen entwickeln, sodass diese sich nicht schlecht fühlen."

Da fragt man sich, ob Feminismus bedeutet, sobald man Hilfe anbietet, verbal noch einen auf die Fresse zu kriegen. „Gewalt ist nie zu rechtfertigen - egal von wem sie ausgeübt wird“, das sagt zumindest Frau Grieger Leiterin der Frauennotrufe und Frauenberatungsstellen. Unhöflichkeit übrigens auch nicht! Wenn jemand, egal ob Frau oder Mann, auf einmal eine Gruppe von X Kindern mit unterschiedlichem Alter betreuen soll, der sieht erst mal ein Problem, zumindest wenn er selbst nicht Vater/Mutter ist und oder in dieser Richtung gearbeitet hat. Das dann auf Reproduktionsarbeit die an Frauen hängen bleibt, zu schieben, ist ein billiger Taschenspielertrick, der mehr als dümmlich ist. Siehe deine Privilegien Simon Kowalewski, denn wir sind Frauen, wir sind unterprivilegiert.

Diese Frauen, die hier so auf die Sahne gehauen haben, scheinen Windelwechseln genetisch zu beherrschen. Oder sie glauben, nur weil sie Mütter sind und nur deshalb Windeln wechseln können, muss das gefälligst auch jeder kinderlose Mann können. Doch warum? Und vor allem warum, wo er doch selbst keine Kinder hat? Nur weil, so scheint es, einige Damen mit ihren Kindern überfordert sind, muss doch nicht jeder andere einspringen? Und vor allem, wenn nicht durch ein „Praktikum“ oder als Vater/Mutter, wie soll man so was lernen? Ok, ich hab es mit 12 Jahren auf die harte Tour gelernt, obwohl ich Einzelkind bin.

Es ist normal für einige Aufgaben einfach besser geeignet zu sein, wenn man diesbezüglich Erfahrungen gemacht hat, bei anderen jedoch nicht. Und bei diesem Praktikum hätte Simon Kowalewski dann sofort gemerkt, Kinderbetreuung, auch bei 10 Kindern, ist keine Arbeit, sondern Spaß! Nicht durchgehend, aber meistens. Oder er hätte das Gegenteil festgestellt, denn es soll ja auch Menschen geben, die keinen Draht zu Kindern haben, warum auch nicht? So wie die beiden Damen auf dem #Gendercamp anscheinend auch keinen Draht zu Kindern haben, denn für sie ist es Reproduktionsarbeit. Und Simon Kowalewski muss es, mangels eigener Erfahrungen, einfach glauben. Genau so wie die Hausarbeit, die zu meiner Kindheit noch ein Vollzeitjob war und heute auf einmal wird sich um ½ Stunden, die Frauen angeblich länger machen, gestritten.

Und genau hier ist das Problem, Kinderversorgung wird als Arbeit dargestellt. Ja, Windeln wechseln ist nicht die Lieblingsbeschäftigung von Eltern, vor allem nicht bei den Stinkbomben in der Pampers. Selbst einige Frauen haben empfindliche Nasen, die dadurch ihren Kindern nur unter größter Mühe bis gar nicht die Pampers wechseln können. Die könnten dann auf dem nächsten Gendercamp ja mal ein Praktikum machen.

Aber Kindererziehung ist mehr wie Pampers wechseln, es ist ein fortwährendes Abenteuer. Man betrachtet die Welt auf einmal mit ganz anderen Augen. Und so kam es, dass ich jede freie Minute Windeln gewechselt, eine Flasche gegeben habe und entweder mit meinem Sohn auf dem Arm geschlafen habe oder, wenn er wach war, mit ihm gespielt oder eine Geschichte erzählt habe. Übrigens bis zu meiner Scheidung.

Ja, es war ein Privileg! Und dieses Privileg wurde auf einmal von einer sexistischen Richterin eingestampft. Übrigens für mich genauso wie für meine Ex; Familienrichter sind nicht dazu da um Rechte zu verteilen, sondern um Rechte zu nehmen. Selbst meine Exfrau kann jetzt unseren Sohn an meinen Besuchswochenenden nicht mehr ins Bett bringen (was sie auch vorher nicht so wichtig war), dieses Recht hat eine Richterin ihr genommen, umgekehrt übrigens genauso. Hier, vor deutschen Familienrichtern, wird um Reproduktionsarbeit gestritten, die will auf einmal jeder machen.

Ja, Neuigkeit, Kinder schränken Freizeit ein, man kann nicht mehr auf jedes Event gehen oder muss was organisieren. Hierfür hat die Natur auch was nettes eingerichtet, das nennt sich Vater, Großeltern (die gibt es sogar in doppelter Ausführung), Onkel und Tanten. Und es gibt Menschen, die das sogar freiwillig, manchmal auch gegen Bezahlung machen! Wer jedoch Menschen die an dieser Tätigkeit Interesse zeigen nur dessen Privileg unter die Nase reiben muss, der sollte mit seinem Hausarzt ein Gespräch führen, wie man bei dieser Arbeit in einen Streik treten kann, Lebenslang!

Wer glaubt, durch diese Reproduktionsarbeit einen wichtigen Teil zum Erhalt unserer Gesellschaft zu leisten, dem sei gesagt, es gibt auch Einwanderung! Mir ist es egal ob ein Portugiese, ein Spanier, Schwarzafrikaner oder sonst jemand meine Rente finanziert. Kinder brauchen keine Reproduktionsarbeit, sie brauchen etwas das viel wichtiger ist, sie brauchen Liebe, Geborgenheit und Zuneigung. Wenn es sein muss, müssen wir halt hier als Gesellschaft auch Outsourcen, wie wir es bei der Produktion anderer Leistungen auch tun. Und wehe jemand stört sich nach Reproduktionsarbeit am Terminus Produktion!

Das Männer sich nicht an der „Reproduktionsarbeit“ beteiligen, ist absoluter Humbug! Es gibt viele Väter wie mich, und es gibt viele Mütter wie Simon Kowalewski oder die Feministinnen in seinem Beispiel, die nur Stöhnen können. Auch in unserer Elternorganisation sehe ich ein ähnliches Bild. Wir haben Väter die zahlen Unterhalt und das nicht zu knapp. Sie haben trotzdem die großen Kostenfaktoren der „Reproduktionsarbeit“ wie Kinderzimmer, Urlaubsfahrten, Kleidung und sie machen mit den Kindern Hausaufgaben und lernen, lesen vor uns spielen mit ihnen. Rechnet man ihre Zeit, die sie mit den Kindern verbringen, zusammen, so verbringen sie mind. 1/3 der Zeit im Jahr mit dem Kind, bei vollem Unterhalt für die Frau.

Sie müssen die Fahrten bezahlen um die Kinder zu holen und zurück zu bringen, egal wo die Frau hinzieht. Sie haben keine Steuervorteile, kein Geld vom Staat, keine Sozialwohnung, nichts! Für sie sind Kinder Konsumausgaben, wie für andere das neue Auto oder das #Gendercamp. Und sie machen das, ohne zu mucken und zu murren, weil sie Angst haben, dass ihnen sonst dieses Privileg, der Umgang mit dem Kind, gekürzt wird. Und die meisten würden noch mehr zahlen und bezahlen teure Anwälte um noch mal ein kleines wenig mehr rauszuschlagen oder, hier das andere Extrem, zumindest nicht ganz ausgeschlossen zu werden.

Es scheint also nicht daran zu liegen, dass Väter nicht ihren gleichberechtigten Anteil an der Reproduktionsarbeit machen möchten. Es liegt daran, dass sie nicht dürfen! Genauso wie Kowalewski es nicht durfte. Hier war es wichtiger die 5 Minuten Triumph bei Twitter auszuleben. Er hätte ja mal, wie die Feministinnen in seinem Beispiel dies wahrscheinlich bei der Mutterschaft oder in der Ausbildung taten, einen Wickelkurs machen können um sein Interesse zu zeigen. Nur falls er mal eines Tages auf einem #Gendercamp ein paar Kinder betreuen will.

Und Simon Kowalewski kann ich nur raten schnell sein Privileg aufzugeben und sich Kinder anzuschaffen. Erstens könnte er überhaupt einmal mitreden und zweitens würde er merken welch großartige Erfahrung das ist! Dazu gehört jedoch auch Verantwortung zu übernehmen, auch Verantwortung für das was man so von sich gibt, denn Kindern denen man von Reproduktionsarbeit erzählt, die glauben so einen Quatsch. Die glauben, sie sind nicht willkommen, einfach weil sie da sind, weil sie Kinder sind, die empfinden sich als Belastung für die Mütter. Dann sollte man wirklich bei dieser Arbeit streiken, ein Leben lang!

Womit ich dann eines meiner Privilegien erkannt habe, ich war nicht Auslöser einer Reproduktionsarbeit, sondern bin von meinen Eltern geliebt worden, und das ist mehr wert wie alles andere!

Kommentare:

  1. Die schuldbewusste Haltung, die Kowalewski da zeigt in Sachen "Praktikum", finde ich befremdlich. Warum muss sich der kinderlose Mann diesbezüglich so als defizitär darstellen? Und warum muss er ein schlechtes Gewissen empfinden, weil einige Frauen diese Erziehungsarbeit verrichten? Zu guter Letzt interpretiert er sein Hilfsangebot als vergiftet, wenn er sagt:

    "Wer ohnehin schon die für Menschen, die diese nicht freiwillig machen, sondern, weil sie sonst niemand machen würde, anstrengende Arbeit macht, will dann nicht auch noch für die Leute, die sie nicht machen können, Lösungen entwickeln, sodass diese sich nicht schlecht fühlen."

    Was sagt er? Er deutet sein Hilfsangebot um. Es ist gar kein Angebot, vielmehr meint er, ein egoistisches Motiv zu verfolgen. Eigentlich will er sich bloß gut fühlen, sein schlechtes Gewissen erleichtert sehen durch die Anerkennung der schwer arbeitenden Erzieherinnen.

    Ich kenne diese Haltung durchaus gut. Aber ich finde sie falsch. Diese Bereitschaft, alles, was man tut, nur noch als egoistisch motiviert zu interpretieren, scheint mir ungesund zu sein. Das führt dazu, dass man sich auch noch für das Hilfsangebot schämt. Anstatt dieses Angebot auch mal als Anerkennung der Arbeit der Frauen zu sehen. Immerhin hat er doch auch signalisiert, dass er die Tätigkeit der Frauen als Leistung ansieht. Doch widerspruchslos übernimmt er die weibliche Deutung dieses Hilfsangebots als besonders hinterhältige Bestätigung seiner Privilegien. Das ist eine perfide Strategie. Schließlich kann man ins Unterbewusste jede Leiche ablegenn, es ist schließlich ein dem "Ich" unzugänglicher Keller. Die vulgarisierte Psychoanalyse behauptet ja schließlich, dass man den Gang ins Dunkle konsequent vermeidet und dafür immer wieder Ausreden erfindet. Nur, wer das zu ernst nimmt, nimmt sich irgendwann selber nicht mehr ernst, der traut seinen eigenen Motiven nicht mehr. Aber wer maßt sich stattdessen an, über diese Motive zu urteilen? Es sind dann die Frauen, die anscheinend genau sagen können, aus welchem wahren Grund der Mann seine "Hilfe" anbot. Aber in meinen Augen ist das Fremdbestimmung pur.


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    1. Hallo LoMi,

      Ähnlich versuche ich es ja auch darzustellen, auch wenn mir hier der Psychologische Background fehlt. Über Küchenpsychologie bin ich leider nie hinausgekommen.

      Ich denke jedoch, das Kowalewski hier nur deshalb eingeschüchtert werden kann, weil er eben diese Reproduktionsarbeit nicht kennt. Würde er aber Kindererziehung, oder hier Betreuung kennen, könnte er sehr schnell die Masche der Feministinnen durchschauen, für die immer dann alles ganz viel Arbeit ist, wenn es eine Frau verrichtet.

      Hätte er sich hingegen selbstbewusst, wie es ja Männern auch immer vorgeworfen wird, hingestellt, sofort seine Hilfe angeboten, ohne nach einem Praktikum zu fragen, wäre jeder kleine Fehler sofort auf die Goldwaage gelegt worden und er hätte nachher ähnlich geartete Vorwürfe erhalten. Nur dann in die Richtung, dass er die Arbeit unterschätzt hätte und eben doch keine Hilfe war, sondern den Frauen nur im Weg herumgestanden hätte.

      Hier ging es meiner Meinung nach eigentlich nur um eine Konditionierung, Frauenarbeit ist Reproduktionsarbeit, die ist wichtig und anstrengend und Du kannst es nicht, was mischt Du Dich dann da ein! Das er sich sofort unter ordnet und das eben auch in die von Dir angegebene Richtung umdeutet, nicht hinterfragt, zeigt, das diese Erfahrung für ihn nicht neu ist, denn er entwickelt ja direkt in diese Richtung eine Umdeutung.

      Gruss
      Kai

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